1933 Beim Preismaskenball des Karnevalvereins Offenburg treten Karl und Pauline Vollmer zum ersten Mal in einem Hexenkostüm mit einer selbst gefertigten Gaze-Pappmache-Maske in der Öffentlichkeit auf. Ein zweiter Preis ist der von ihnen verschmähte Lohn. Sie verlassen unerkannt den Preismaskenball. Aber die Idee der Hexe lässt sie nicht mehr los.
1935 Großes Narrentreffen der Vereinigung schwäbisch-alemannischer Narrenzünfte in Offenburg. Das Ehepaar Vollmer schmuggelt sich als Hexen in den Umzug ein. Sie bekommen durch ihr lebhaftes Auftreten viel Beifall und Anerkennung. Wenige Tage später, am Schmutzigen Donnerstag, beleben bereits neun Hexen während der Taufe des Fasentskindes das närrische Geschehen. Der Elzacher Fritz Disch schnitzt nach Entwürfen Karl Vollmers die Hexenmasken aus Lindenholz.
1936 Am Dreikönigstag erfolgt nachträglich formal die offizielle Gründung der Zunft mit Satzung und Hexenregeln. Die noch heute gebräuchlichen Hexenriten werden kreiert. Erster auswärtiger Auftritt beim großen Narrentreffen der Vereinigung in Oberndorf.
1937 Aufnahme der jungen Zunft in die Vereinigung schwäbisch-alemannischer Narrenzünfte (VSAN). Durch Abbildungen in der "Neuen Berliner Illustrierten" werden die Offenburger Hexen deutschlandweit bekannt.
1938 Beim großen Narrentreffen in Überlingen wird zum ersten mal außerhalb Offenburgs eine Strohhexe verbrannt. Die Resonanz auf dieses Schauspiel ist so groß, dass eine Einladung zum "Tag der Deutschen Kunst" nach München erfolgt.
1939 Letzte Fasent vor dem Zweiten Weltkrieg. Mit Schreiben vom 8. November 1939 wird allen Mitgliedszünften des Bundes Deutscher Karneval empfohlen, während des Krieges keine Fastnachtsveranstaltungen abzuhalten.
1940 – 1945 Während des Krieges findet keine Fasent statt. Die erste Hexenkuchi wird bei einem Bombenangriff auf die nahen Bahngleise in Schutt und Asche gelegt.
1947 Erste Fasent nach dem Krieg. Die Hexen umgehen das Verbot der französischen Besatzungsmacht, keine Straßenfastnacht abzuhalten, indem sie aus den Fenstern der Einhorn-Apotheke und der daneben gelegenen Rentamtsruine Würste und Wecken an die Bevölkerung auswerfen. Durch Not und Entbehrungen in der Bevölkerung kommt es hierbei zu tumultartigen Szenen. Die neue Form des Hexenfraßes ist gefunden. Im Mai wird die zweite Hexenkuchi in den ehemaligen Kellern der Tritschler’schen Brauerei unter dem Lindenplatz eröffnet.
1948 Karl Vollmer entwirft für den Hexenmeister eine Teufelsmaske in der Form eines stilisierten Schweinskopfes. Der erste Hexenball findet im Saalbau "Dreikönig" unter dem Motto "Auf der Walpurgisnacht" statt. Es ist der erste Ball überhaupt nach dem Krieg. Er findet noch vor der Währungsreform statt, sodass sich die Besucher Essen und Trinken selbst mitbringen müssen.
1949 Der Büttel, ehemals Bezeichnung für die Hexenhandwerker wird die Narrenfigur für die Hexenanwärter während ihrer Probezeit.
1950 – 1954 Teilnahme der Zunft an verschiedenen großen Narrentreffen der Vereinigung schwäbisch-alemannischer Narrenzünfte in Radolfzell, Rottenburg, Bonndorf, Donaueschingen und Zell a. H.
1955 Der Offenburger Werner Vogel übernimmt das Maskenschnitzen.
1956 Karl Vollmer übergibt das Amt des Zunftmeisters an das Gründungsmitglied Karl Wacker. Auf dessen Initiative hin entsteht das Spättlehansel als Narrenfigur für die Frauen der Zunft.
1957 Hexenvater Karl Vollmer wird in das Präsidium der Vereinigung schwäbisch-alemannischer Narrenzünfte gewählt.
1958 Aufgrund ständig steigender Besucherzahlen wird der Hexenball in die Stadthalle an der Unionrampe verlagert.
1961 Zunftmeister Karl Wacker muss aus gesundheitlichen Gründen das Zepter der Hexenzunft seinem Hexenmeister Hans Metzger anvertrauen. Die Hexenzunft gewinnt Josef Tränkle aus Elzach als Maskenschnitzer.
1962 Die Offenburger Narrenzünfte verzichten wegen eines Grubenunglücks im Saarland und der Überschwemmungskatastrophe an der Nordsee weitgehend auf die Straßenfastnacht. Lediglich der Kinderumzug, Hexenfraß und die Verbrennung der Strohhexe werden durchgeführt.
1963 Erneuter Umzug des Hexenballs – diesmal in die Oberrheinhalle.
1964 Die Hexenzunft als Mitausrichter des Großen Narrentreffens der schwäbisch-alemannischen Narrenzünfte in Offenburg. Am Vorabend wird der Narrenbrunnen auf dem Lindenplatz enthüllt.
1965 Orkanartige Winde verhindern die Verbrennung einer Strohhexe beim Narrentreffen in Waldkirch.
1968 Großer Auftritt der Zunft im "Zirkus Burda" anlässlich des 65. Geburtstages von Senator Dr. Franz Burda. An diesem Abend wird den deutschen Sportidolen Max Schmeling und Willi Bogner das edle Hexenzeichen aufgedrückt.
1971 Mitwirkung der Zunft in der ZDF-Fernsehsendung "Narren nach Noten" in der Oberrheinhalle.
1972 Walter Pfeiffer übernimmt von Hans Metzger das Amt des Zunft- und Hexenmeisters.
1975 Die Zunft feiert ihren 40. Geburtstag mit einem Narrentreffen. Weitere Fernsehauftritte steigern die Popularität der Offenburger Hexen. Hexenvater Karl Vollmer stirbt im Alter von 72 Jahren.
1977 Die Büttel erhalten ein neues, vom Kunstmaler Fritz Dold entworfenes Häs.
1980 Der zweite Hexenkeller ist der Stadtsanierung zum Opfer gefallen. Unter der Leitung von Walter Pfeiffer hat die Zunft mit viel Eigenarbeit eine neue Hexenkuchi in den Kellergewölben des Salzhauses ausgebaut. Mit einem Narrentreffen wird die Einweihung gefeiert.
1985 Mit dem "Goldenen Hexenfeschd" feiert die Zunft ihr 50-jähriges Bestehen. Das erste Hexenbuch "50 Jahre Offenburger Hexenzunft" erscheint. Die zunfteigene Musikkapelle "Hexenfetzer" tritt zum ersten mal in der Öffentlichkeit auf. Wolf-Dieter Kleinert löst Walter Pfeiffer als Zunft- und Hexenmeister ab.
1987 Nach dem Tod des Maskenschnitzers Josef Tränkle kann die Zunft den Elzacher Konrad Wernet als seinen Nachfolger gewinnen.
1988 Zum dritten Mal ist Offenburg Ausrichter des Großen Narrentreffens der Vereinigung schwäbisch-alemannischer Narrenzünfte.
1991 Der erste Golfkrieg verhindert sämtliche Fastnachtsaktivitäten.
1992 Hans-Georg Roth wird zum Zunft- und Hexenmeister gewählt.
1995 Zum 60. Geburtstag richtet die Hexenzunft kein Narrentreffen aus. Stattdessen organisiert man in vielen Gaststätten der Innenstadt die in Vergessenheit geratenen Kappeobende und hat damit einen riesigen Erfolg. Das neue Hexenbuch "60 Jahre Offenburger Hexenzunft" erscheint.
1997 Beim Narrentreffen in Laufenburg verbrennt die Hexenzunft eine Strohhexe vor ca. 18.000 Zuschauern auf einem Floß inmitten des Rheins.
1998 Pünktlich zur Eröffnung am 11.11. ist die Offenburger Hexenzunft nun auch mit einer eigenen Seite im Internet vertreten.
1999 Die Offenburger Hexenzunft hat anlässlich des 75-jährigen Jubiläums der Vereinigung schwäbisch-alemannischer Narrenzünfte die ehrenvolle Aufgabe, während der Feierlichkeiten in Stockach eine Verbrennung der Strohhexe durchzuführen.
2000 Die Hexenzunft feiert mit einem Narrentreffen, einer Ausstellung zur Zunftgeschichte im Ritterhausmuseum und einem neuen Hexenbuch ihren 65. Geburtstag.
2001 Uwe Schreiner wird neuer Zunftmeister.
2005 Die Zunft feiert ihr 70-jähriges Jubiläum. Aus diesem Anlass findert die Fasents-Taufe - wie früher üblich - wieder am Fischmarkt statt. Der Kappeobend wird durch Zelte und eine Flaniermeile weiter belebt. Der Hexenball findet letztmalig in der Oberrheinhalle statt. Für den Wechsel in die noch größere Ortenauhalle wird ein komplett neues Konzept entworfen.
2006 Der neue Hexenball in der Ortenauhalle ist mit über 4800 Besuchern ein toller Erfolg. Die Zunft wird bemüht sein den Ball in den kommenden Jahren weiter zu optimieren.
2008 Eine extrem kurze Fasent! Aschermittwoch ist bereits am 6. Februar. Mit einer stimmungsvollen Zeremonie am Hexenstein im Zell-Weierbacher Wald feierte die Offenburger Hexenzunft ihren neuen Wein, den sie zusammen mit der WG Zeller Abtsberg kreiert hat: die "Offenburger Roodi Hex".
2009 In Zusammenarbeit mit der Zeller Abtsberg Winzer eG. und dem Kronenbrauhaus Offenburg entwickelt die Hexenzunft zur Fasent ein Paargetränk: "s´Duo" - bestehend aus einem vollmundigen Bockbier, dem "Zunftböckle" und einem spritzigen Weinschorle, dem "Zunftschorle".
2010 Die Hexenzunft feiert mit einem Festabend in der Reithalle ihr 75-jähriges Jubiläum. Eine Jubiläums-Plakette mit den Gründermasken von Karl und Pauline Vollmer begleitet die Fasent. Kurz nach der Fasent stirbt überraschend der Ehrenzunft- und Hexenmeister Hans-Georg "Schorsch" Roth.