Die Offenburger Hexenzunft trauert um einen Mann, der ihr wie kaum ein zweiter seinen Stempel aufgedrückt hat: Hans-Georg "Schorsch" Roth, überaus beliebter Ehrenzunft- und Hexenmeister, ist am 20. Februar überraschend im Alter von erst 63 Jahren verstorben. "Er wird in unser aller Herzen bleiben", hieß in einer Trauer-Nachricht, die anlässlich seines Todes den Internet-Auftritt unserer Zunft bestimmte.
Noch wenige Tage zuvor war Roth, der schon länger an Herzproblemen litt, in der Offenburger Fasent aktiv. Ihr war er inniglich verbunden, für sie engagierte er sich mit Leidenschaft, Herzblut und viel Humor.
Als waschechter Offenburger und "Steinsträßler" kam Hans-Georg Roth im Juli 1946 auf die Welt. Beruflich trat er in die Fußstapfen seines Vaters und Großvaters, wurde Kürschnermeister und führte das elterliche Geschäft von 1972 bis 1990 weiter. 1975 kam er zur Hexenzunft, ein Jahr später übernahm er bereits für den früheren Hexenboss Walter Pfeiffer den Gitarrenpart bei den "Hexinos".
1986 wurde Schorsch Roth in den Zunftrat gewählt, 1990 rückte er zum Vize auf. Als Nachfolger von Wolf-Dieter Kleinert wurde Roth 1993 in das Amt des Zunft- und Hexenmeisters gewählt, das er bis 2001 höchst engagiert ausfüllte. In seiner Ära wuchs die Zunft zu einem Verein mit mehr als 800 Mitgliedern. Roth war es auch, der zum 60. Zunftjubiläum 1995 die "Kappeobende" wieder aufleben ließ.
Mit seiner Frau Dagmar, die Roths Liebe zur Narretei teilte und 2007 sogar ein Büchlein über die Offenburger Fasent verfasst hat, trauern viele Offenburger um einen Mann, der nicht nur als Narr ein wirkliches Vorbild war.