Richtlinien für das Auftreten und Verhalten in der Öffentlichkeit
• Bei den alljährlichen Umzügen oder Narrensprüngen sollten alle Hästräger darauf achten, daß passende Handschuhe und passendes Schuhwerk getragen wird. Die Gesamtvermummung gehört zum richtigen Narrenspiel. Schuhe mit Firmen- oder Werbeaufschriften oder hochmodisches Schuhwerk oder Ski-Handschuhe passen nicht zu traditionellen Narrenkleidern. Hexen haben Strohschuhe zu tragen.
• Plastikbeutel zur Aufnahme von Süßigkeiten, die während eines Umzugs verteilt werden, müssen durch Körbe oder Leinenbeutel ersetzt werden. Diese Waren sollten jedoch nicht wahllos in die Menge geworfen, sondern gezielt an die Kinder verteilt werden. Andenken- und Souvenirverkauf während des Umzugs ist - mit oder ohne Maske - nicht gestattet.
• Es ist besonders bei Narrentreffen unbedingt darauf zu achten, daß keine Unterbrechung des Umzuges entsteht. Ein begleitender Zunftrat sollte darauf achten, daß die Gruppe geschlossen bleibt und zügig vorwärts kommt.
• Die Maskenträger werden dringend gebeten, nach Beendigung ihres Umzugsweges, nicht vor den Zuschauern gegen den Umzug zu laufen. Sie stören damit das Erscheinungsbild nachfolgender Zünfte. Während des Umzuges sollte die Maske nur in absoluten Ausnahmefällen vom Gesicht genommen werden.
• Die Maskenträger haben darauf zu achten, daß Zuschauer keinesfalls belästigt, bedrängt oder gar beschmutzt werden. Hierzu gehört ebenfalls übermäßiger Konfetti-Einsatz oder ähnlichen Materialien. Nasse oder im Dreck gezogene Besen oder Saublodern sind bei den Zuschauern nicht sehr beliebt und sollten nicht mehr zum Einsatz kommen. Die Hästräger (auch Hexen) sollen im Umzug nicht auf dem Boden herumliegen. Kinder sollen nicht erschreckt, sondern behutsam mit dem Masken- bzw. Hästragen als Brauchtum vertraut gemacht werden. Das Entwenden von Hüten, Mützen, Schirmen, Schuhen etc. ist untersagt.
• Die Fastnacht soll den Zuschauer erfreuen. Es sollen deshalb jährlich Maskenträgerbelehrungen durchgeführt werden, die den Sinn der Fastnacht zum Inhalt haben. Der Erfahrungsaustausch mit den Regeln der Narretei bringt manche Anregung für den närrischen Umgang mit Zuschauern. Besonders neuaufgenommene Maskenträger bedürfen einer solchen Unterweisung. Jeder Masken- bzw. Hästräger muß sich bewußt sein, daß er seine eigene Interpretation der Fastnacht, dem Brauchtum und dessen Pflege unterzuordnen hat. Er ist außerdem ein Vertreter der Schwäbisch-alemannischen Fastnacht, welche es gilt würdig und in ihrer schönsten Form zu präsentieren. Übermäßiger Alkoholgenuß ist dabei nicht hilfreich !
• Holzmasken müssen in Technik und Bemalung an die regional übliche traditionelle Form angelehnt sein. Dazu gehört grundsätzlich meist die glatt behandelte Oberfläche, die jedoch Falten- oder Runzelbildung und damit einen originellen Gesichtsausdruck nicht ausschließt. Plastikmasken sind nicht zulässig.
• Jede Art von Werbeanbringungen an Häs und Zubehör sind zu unterlassen. Umzugsplaketten sollten spärlichst verwendet werden.
• "Nummerierte" Hästräger sind leider nur deshalb entstanden, weil manche sich nicht an die oben genannten Regeln halten, und deshalb dieses unschöne Mittel zur Identifizierung der Person dienen muss. Die Offenburger Hexenzunft trägt KEINE Nummern.
Die Offenburger Hexenzunft tritt nur geschlossen auf, identifiziert sich mit diesen Regeln und befürwortet sie. Bei sämtlichen Auftritten wird strengstens auf Disziplin innerhalb der Zunft und gegenüber dem Publikum geachtet. Grobe oder mehrfache Verstöße haben den Entzug der Maske und den Ausschluß aus der Zunft zur Folge.