Die Hexe

Die Figur, die der Zunft den Namen gegeben hat, wurde von Karl und Pauline Vollmer in den frühen Dreißiger Jahren des letzten Jahrhunderts entworfen. Die Offenburger Hexe ist nachweislich die erste und älteste Hexenfigur im schwäbisch-alemannischen Fastnachtsraum.

Hexenvater Karl Vollmer war von Beruf Glasmaler und fertigte damals von jedem Mitglied eine Zeichnung, eine Art Karikatur an und hat diese zusammen mit einem Plastilin-Wachsentwurf dem Elzacher Maskenschnitzer Fritz Disch zur Bearbeitung aus Lindenholz vorgelegt. Jede Maske erhielt somit einen persönlichen Charakterzug ihres Trägers. Die Masken der Hexen „Lälli“, „Borpele“, „Mädleschreck“ und „Lätsch“ geben hiervon  ein entsprechendes Zeugnis. Heute werden die Masken zwar nicht mehr nach Modellentwürfen  geschnitzt, sind in sich aber nach wie vor sehr unterschiedlich, bis auf die von den Gründern vorgegebene Grundcharakteristika  Hakennase, spitzes Kinn und Brollauge.

Auf  das Brollauge sollte man etwas näher eingehen, denn es ist für den Gesamteindruck der  Hexe von entscheidender Bedeutung. Durch das stark eingeengte Sichtfeld ist der Träger gezwungen ständig den Kopf in alle Richtungen zu drehen, um sein Umfeld wahrzunehmen. Durch diese Bewegungen wird die Hexe endgültig „zum Leben erweckt“. Als Abschluß der Maske dient das rot-weissgetupfte Kopftuch, das in Form einer gotischen Haube über ein Drahtgestell gebunden ist.

Alle Hexen absolvieren als Büttel eine 2-jährige Probezeit und müssen danach von der Versammlung der aktiven Mitglieder in geheimer Wahl mit mindestens 66% Mehrheit gewählt werden. Unter allen Offenburger Hexen befinden sich ausschließlich Männer. Das Mindestalter bei der Bewerbung beträgt 18 Jahre.

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