Das Spättlehansele

Um mehr Frauen Gelegenheit zu bieten, am fastnachtlichen Geschehen aktiv mitzuwirken, wurde eine weitere Fastnachtsfigur geschaffen, die von Karl Wacker 1956 angeregt wurde. Es war das Hansele, das mit seinem buntgemusterten Spättlehäs das Bild der Hexenzunft farblich beleben sollte und heute den weiblichen aktiven Mitgliedern der Zunft vorbehalten ist.

Dieses Hansele hat die für das Kinzigtal typischen „Spättle“ in den Farben rot, schwarz, gelb, grün und grau. Als „Spättle“ werden kleine Stoffreste bezeichnet, die früher vorwiegend dazu benutzt wurden, um schadhafte Stellen an Kleidungsstücken auszubessern. Diese wurden zur Fasent auf Arbeitsanzüge aufgenäht und danach wieder abgetrennt, da man sich den Luxus nicht leisten konnte, einen Anzug nur an diesen Tagen zu tragen. Ein Hahnenkamm aus rotem Spättle dient als Abschluss der lächelnden Holzmaske. Dazu wurde das Spättlehansele mit einer an einem langen Farrenschwanz befestigten Saubloder ausgerüstet, von der es heute noch regen Gebrauch macht.

Die weiblichen Anwärterinnen absolvieren ihre 2-jährige Probezeit nicht als Büttel, sondern im Häs der Alt-Offenburgerin oder als Hansele und müssen danach ebenfalls von der Versammlung der aktiven Mitglieder in geheimer Wahl mit mindestens 66% Mehrheit gewählt werden. Unter all unseren Spättlehansele und Alt-Offenburgerinnen befinden sich ausschließlich Frauen. Das Mindestalter bei der Bewerbung beträgt 18 Jahre.

Informieren Sie sich gerne über eine Mitgliedschaft in unserer Zunft.